Pfarrei St. Laurentius
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Großkrotzenburg

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Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg
Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg

Kamerun Projekt

Kamerun: Bewaffneter Konflikt überlagert die Pandemie

 

Bereits zu Beginn der Covid-19 Pandemie Ende März 2020 tauschen wir uns mit Schwester Appolonia in Kamerun aus. Wir haben Medien und Bilder zum Thema „Abstand halten“ vorbereitet und zum Weiterverteilen nach Kamerun geschickt. Es ist schwierig, Hygiene-Regeln wie gründliches Händewaschen einzuhalten, da fließendes Wasser in vielen Gebieten nicht vorhanden ist. Zum Glück hat auch Kamerun parallel zu Europa Schulen geschlossen, sowie Gottesdienste und Versammlungen mit über 50 Personen verboten.

 

Schwester Appolonia schreibt uns: „Die Menschen versuchen vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, aber Dinge wie soziale Distanz sind unserer Kultur sehr fremd. Wir ermutigen die Menschen, sich wirklich daran zu halten, weil die kamerunische Regierung nicht in der Lage wäre, einen Ausbruch zu bewältigen.“ Derzeit ist die Zahl der an Covid-19 Erkrankten noch gering, aktuelle Zahlen kann man auf der „Covid-19 Map“ der Johns-Hopkins University nachlesen.

 

Die beiden Krankenhäuser, die von den Schwestern betrieben werden, wurden von der „Missionszentrale der Franziskaner“ bei der Beschaffung der notwendigen Ausrüstung unterstützt.

 

Aber im englischsprachigen Teil Kameruns überlagert ein anderes Problem derzeit die Pandemie: Der seit Jahren schwelende bewaffnete Konflikt zwischen der Regierung und Separatisten, die einen eigenen Staat „Ambazonien“ fordern. Keine der beiden Seiten hat angesichts der Pandemie einen Waffenstillstand angeboten. „Überall werden massive Morde und Schusswechsel gemeldet. Letzte Woche haben wir einen Mann in Shisong begraben, einen Krankenpfleger, den das Militär in einem Dorf getötet hat, weil er einen Unabhängigkeitskämpfer behandelte.“ schreibt Schwester Appolonia.

 

Der Gesundheitsfonds, den wir mit unseren Spenden einrichten konnten, hilft die Not zu lindern. Hierzu schreibt Schwester Appolonia: „Heute erhielt ich Anrufe von zwei Gesundheitszentren: Eine geflüchtete Frau aus Ako in der kriegsgeplagten Nordwestregion war erkrankt und erholt sich im Edea Gesundheits-Center. Sie kann ihre Rechnung nicht bezahlen und hat nicht genug zu essen. Sie wurde von Spenden der Pfarrei St. Laurentius behandelt und mit Essen versorgt. Vor einer Stunde rief Sr. Elvira vom Bafut Gesundheits-Center an. Sie habe zwei Familien gefunden, die alle an Malaria erkrankt seien und es sich nicht leisten können, Medikamente zu kaufen. Ich sagte ihr, sie solle sie im Namen der Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg behandeln. So geht es regelmäßig weiter. Wir können Ihnen nicht genug für diese Solidarität danken.“

 

Da die diesjährige Palmstraußaktion der Pandemie zum Opfer gefallen ist und auch für den Rest des Jahres voraussichtlich keine weiteren Aktionen der Kamerun-Projektgruppe mehr geben kann, würden wir uns umso mehr freuen, wenn Sie die Menschen in Kamerun durch eine Spende unterstützen.

 

Spendenkonto

Katholische Pfarrgemeinde St. Laurentius
IBAN: DE78 5065 0023 0038 0022 83
Kennwort: "Kamerun"  

 

 

 

Treffen mit Schwester Appolonia

 

Im November war Schwester Appolonia aus Kamerun zu Besuch in Deutschland. Mitglieder des Kamerun-Projektes haben diese Gelegenheit genutzt und sich am 02.11.2019 bei Münster mit ihr getroffen.

Schwester Appolonia ist  bei den „Tertiary Sisters of St. Francis“ (TSSF) im administrativen Bereich tätig und seit 10 Jahren unser Ansprechpartner vor Ort. Es war sehr bewegend, sie nun persönlich zu treffen.

Wir hatten einen intensiven Austausch u.a. über die unterschiedlichen Bildungs- und Gesundheitssysteme in unseren beiden Ländern. In Kamerun herrscht zwar allgemeine Schulpflicht bis zur 6. Klasse, aber die Regierung tut nur wenig, um dies überhaupt zu ermöglichen. So passiert es z.B., dass zwei Lehrer in einen Ort geschickt werden, um die 6 Jahrgänge zu unterrichten, aber es dort nicht einmal ein Schulgebäude gibt. Die Lehrer werden oft  nicht vom Staat bezahlt, sondern direkt von den Eltern. Nicht selten findet der Unterricht ohne Möbel auf dem Boden statt. Generell gibt es ein starkes Süd-Nord-Gefälle. Im Süden ist die Situation besser, im Norden schwierig. Vor allem im muslimischen Norden ist oft Überzeugungsarbeit bei den Eltern nötig, um den Kindern einen Schulbesuch zu ermöglichen. Die meisten Kinder gehen sehr gerne in die Schule.

Auch im Gesundheitssystem ist es ähnlich, auch hier tut der Staat wenig für seine Bürger. Umso wichtiger sind die kirchlichen Krankenhäuser und Gesundheitsstationen wie sie z.B. von den TSSF betrieben werden. Diese Arbeit wird durch die aktuelle politische Situation  noch erschwert. Schwester Appolonia berichtete sehr ausführlich über die Ursachen der Unruhen. Die englischsprachige Minderheit ist politisch unterrepräsentiert. Die französisch geprägte Regierung geht überheblich und unsensibel mit der englischsprachigen Bevölkerung um (z. B. wurden Lehrer in die englischsprachige Region geschickt, die überhaupt kein Englisch sprechen). Dies führte zu massiven Protesten, die durch brutales Eingreifen der Streitkräfte unterdrückt werden sollten. Inzwischen greifen auch die Aufständigen zu Gewalt und Waffen, was die Situation weiter verschärft.

 

Uns hat die Begegnung sehr nachdenklich gemacht. Zum einen sind wir dankbar für all das, was für uns oft selbstverständlich ist. Zum anderen sind wir von Schwester Appolonias tiefem Glauben beeindruckt und werden mit neuer Motivation hier für unsere Mitmenschen in Kamerun weiterarbeiten.

 

Unsere Arbeitsgruppe Kamerun hat sich im Jahr 2007 innerhalb der Pfarrei St. Laurentius gegründet. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, Schwestern des Franziskanerordens finanziell zu unterstützen, die seit 1973 in Banyo, Kamerun, karitativ tätig sind. Unsere Spenden sollen insbesondere dazu beitragen, Kindern den Besuch der Schule in Banyo zu ermöglichen. Der Schulbesuch eines Kindes in Banyo für ein Jahr kann schon mit einem Betrag von 26,00 € finanziert werden.
Seit 2012 beteiligen wir uns außerdem an den Kosten für die Erweiterung des Schulgebäudes, das inzwischen fertig gestellt werden konnte und nun jeder Schulklasse ein eigenes Klassenzimmer ermöglicht.
Auch im Laufe dieses Jahres haben wir versucht, mit verschiedenen Aktivitäten auf uns aufmerksam zu machen und natürlich auch Geld für Banyo zu sammeln. Neben unseren schon bekannten Aktionen am Palmsonntagswochenende und der Bewirtung der Besucher der Kastellmusik haben wir in diesem Jahr auch die Besucher des Sommerkonzerts des Turnvereins mit Speis und Trank versorgt.
Geholfen haben uns auch in diesem Jahr private Spenden, für die wir uns ganz herzlich bedanken. Es ist uns in den letzten sechs Jahren gelungen insgesamt 22.000,00 € an die Franziskanerschwestern zu über-weisen. Hiervon werden zwischen 1.800,00 Euro und 2.000,00 Euro jährlich für die finanzielle Unterstützung der Schulkinder verwendet, der Differenzbetrag wurde für den Schulbau verwendet.
Wir möchten noch einmal auf unsere Aktion „Spenden und Schenken“ hinweisen: Wenn Sie für Ihre nächste Feier oder zu Weihnachten ein sinnvolles Geschenk suchen, lassen Sie sich Freude schenken, nämlich darüber, einem Kind den Schulbesuch ermöglicht zu haben. Im Pfarrbüro St. Laurentius kann eine Spendenurkunde über einen beliebigen Betrag erworben werden. Sowohl die Schenker als auch der Beschenkte  leisten nachhaltig Hilfe, denn nur mit einer guten Schulbildung wird es den Menschen in Kamerun gelingen, der Armut zu entkommen und auch anderen weiter zu helfen

Spendenkonto

Katholische Pfarrgemeinde
St. Laurentius IBAN: DE78 5065 0023 0038 0022 83
BIC: HELADEF1HAN  Sparkasse Hanau Kennwort: "Kamerun"

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