Pfarrei St. Laurentius
Nebenstrasse 27
63538 

Großkrotzenburg

Telefon:06186 – 914738-0

E-Mail: info@sanktlaurentius.org 

 

Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg
Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg

Kirchenrenovierung

Innenrenovierung der Pfarrkirche
St. Laurentius Großkrotzenburg

Eine Kirche ist Gottes Haus,
allen offen, die zu Gott
und zu sich kommen wollen.
Sie sind in ihr willkommen!
Ihre Gedanken und Fragen,
ihre Sorgen und bitten,
ihre Hoffnung und ihr Dank
finden hier Raum.

Dies ist der Grundgedanke, der uns bei der Renovierung der Kirche geleitet hat. Das Kirchengebäude ist geweiht, das heißt, an Gott übereignet. Es gehört also nicht der Pfarrgemeinde oder dem Bistum, sondern ist uns anvertraut, um es im Sinne des Eigentümers, Gott, zu verwalten. In einem Messgebet heißt es: „Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles“ (Präfation des Herz-Jesu-Festes). Offen für alle soll auch die Kirche sein. Mit Alle, sind die Menschen gemeint, die sich hier versammeln, um die Gemeinschaft mit Gott zu feiern, und ebenso die, die zaghaft tastend, vielleicht von bloßer Neugier getrieben, die Kirche betreten und hier etwas finden, von dem sie sich angesprochen fühlen.

Gerade den Menschen, die sich in einer Kirche fremd oder unsicher fühlen, soll der Zugang leicht gemacht werden. Niemand soll hier durch laute Appelle auf etwas hingewiesen werden, das uns wichtig sind, sondern jeder soll die Gelegenheit haben, hier die an ihn gerichtete leise Stimme Gottes zu vernehmen, die ihm vielleicht den nächsten Schritt in seinem Leben weist. Die Kirche ist Gottes Haus, nicht unser Haus.

Die Renovierung ist noch nicht abgeschlossen, es fehlen noch einige Dinge, aber wir können hier bereits Gottesdienst feiern.

Wer die Kirche zum Haupteingang betritt, der begegnet als erstes dem Taufstein. Das Wasser, ohne das kein Leben bestehen kann, lädt ein, berührt zu werden, mit dem eigenen Leben in Berührung zu kommen. Darüber hinaus verbindet das Wasser den glaubenden Christen mit seiner Taufe und damit mit seiner Sendung in die Welt.

Den Blick nach rechts gewandt sagt ein bunte Sitzgruppe: „Lasst die Kinder zu mir kommen“ (Mk 10,14).Hier sollen die Kleinsten spüren, dass sie bei Gott willkommen sind.

Im hinteren Bereich ist jetzt noch ein leerer offener Raum. Er ist noch unbestimmt. Je nach Situation soll der Raum für Gebet, Andachten oder geistliche Aktionen genutzt werden. Nach und nach soll er durch die Bedürfnisse der Menschen Gestalt gewinnen.

Auf der linken Seite, wird demnächst eine Informationswand angebracht werden, wo man etwas über die Aktivitäten der Pfarrei erfahren und geistliche Impulse bekommen kann.

Ein wenig versteckt in der Nische steht der Beichtstuhl. Er soll noch farblich gestaltet werden, und zwar so, dass daran die Freude an der bedingungslosen Vergebungsbereitschaft Gottes zum Ausdruck kommt. „Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist“ (Ez 18,31).

Neben dem Beichtstuhl stehen zwei Sessel, Sitzmöbel, die vielen Menschen vertrauter sind als Kirchenbänke. Hier kann man alles ein wenig aus der Distanz betrachten. Man kann lesen, ein Gespräch führen oder einfach ausruhen.

Der Blick begreift den Kirchenraum. Helle leuchtende Weißtöne lassen den Raum lichtdurchflutet erscheinen. Bei Dunkelheit oder düsterem Wetter wird die Helligkeit durch die neuen LED-Leuchten erreicht.

Richtet man den Blick nach oben zur Decke, dann sieht man ein besonderes Farbenspiel. Es wurde vom Kunstmaler Eberhard Münch aus Wiesbaden mit großer Hingabe gemalt. In geschwungenen Bögen entfaltet sich eine Dynamik, die sich im Raum zwischen Kirchenschiff und Altarapsis verdichtet und ein leuchtendes Kreuz erkennen lässt. Wo der Geist Gottes und der Glaube der Menschen sich begegnen, dort ereignet sich Kirche.

Die farbliche Umrahmung der Deckenplatte hat nicht eine strenge Regelmäßigkeit. Unterbrechungen, Überschreitungen, scheinbare Ausrutscher des Pinsels sind Sinnbild des menschlichen Lebens. Menschsein lässt sich weder durch Algorithmen berechnen noch in Gesetzmäßigkeiten bannen. Leben ist Freiheit, Bewegung, Spannung, Kreativität, Leben ist immer überraschend, oder wie ein Kardinal in Rom neulich tiefsinnig sagte: „Lieber Freund, das Leben ist anders.“ (Kard. Madriaga).

Der Ambo und der Altar bilden den gefühlten Mittelpunkt der Kirche. Es sind die Orte des Wortes und des Sakramentes. Beide wollen auf ihre je eigene Art das gleiche zum Ausdruck bringen: Gott ist Liebe (1. Joh 4,16).

Ganz am Ende des Kirchenraumes steht der Tabernakel, ein Ort der verborgenen Gegenwart Gottes. Er ist sozusagen der Zielpunkt unseres Lebens und der ganzen Schöpfung. Am Ende begegnen wir dem, der gesagt hat: „Ich bin das Alpha und das Omega, der ist, der war und der kommt, der Herrscher über die ganze Schöpfung“ (Offb. 1,8).

Dank

Danken möchte ich dem Architekten Lukas Mangelmann, den Mitarbeitern der verschiedenen Gewerke wie Gerüstbauer, Maler, Schreiner, Zimmerer, Elektriker, Steinmetze und Reiniger. Sie haben allesamt mit Freude, Können und Eifer dazu beigetragen, dass die Kirche in der heutigen Freundlichkeit erscheint. Danken möchte ich auch den Frauen und Männern des Bauausschusses, die um die rechte Form gerungen haben, ebenso den ehrenamtlichen Helfern und nicht zuletzt den vielen Spendern, die durch ihre Gabe an der Renovierung teilhaben.

Ein besonderer Dank gilt den Brüdern des Franziskanerklosters, hier heute vertreten durch die Brüder Rhaban und Elias, die in der Renovierungszeit die Klosterkapelle für uns geöffnet haben. Ebenso danke ich der Gemeinde Großkrotzenburg, vertreten durch den Vorsitzenden der Gemeindeverwaltung Bernd Kurzschenkel und Bürgermeister Thorsten Bauroth, die uns für die Werktagsgottesdienste die ehemalige Synagoge zur Verfügung gestellt hat. Die Gottesdienste dort haben viele von uns zu einer tieferen Verbindung zu den Juden, unseren älteren Brüdern und Schwestern im Glauben und unseren ehemaligen Mitbürgern, gebracht. Zu einigen Gottesdiensten durften wir auch die evangelische Immanuel-Kirche nutzen, mein Dank gilt daher auch unseren evangelischen Schwestern und Brüdern, vertreten durch Pfarrerin Heike Käppeler.

Ich danke auch meinem Mitbruder Pfarrer Manuel Stickel und den Gremien der Kirche von Großauheim. Gemeinsam vorbereitete und gefeierte Gottesdiente haben unsere beiden Pfarrgemeinden stärker zusammengeführt.

Dankbar bin ich auch für die gute Zusammenarbeit mit der Bauabteilung des Bischöflichen Generalvikariates in Fulda, Herrn Dr. Preußler und Herrn Bauer.

Schließlich möchte ich auch denen danken, die geduldig gewartet haben, bis sie wieder in „ihre Kirche“ gehen konnten. Oft merkt man erst, wenn etwas nicht zur Verfügung steht, wie wichtig es einem ist.

Großkrotzenburg hat endlich seinen Mittelpunkt wieder. Gott sei Dank!

Eröffnungsgottesdienst

Der Wiedereröffnungsgottesdient in der Pfarrkirche nach der Renovierung war von Anfang bis Ende von festlicher Stimmung geprägt.

Die Kinder unserer Kindertagesstätte St. Laurentius haben mit ihrem Lied „Gott, dein guter Segen ist wie ein großes Zelt“ den Schutz Gottes auf die Kirche und ihre Besucher herabgerufen.

Die große Schar der Ministranten, hat mit Freude und Perfektion ihren Dienst ausgeübt. Danke an die beiden Verantwortlichen Rebekka Feeser und Lena Stober.

Unser Kirchenchor Sankt Cäcilia unter der Leitung von Berthold Mangelmann hat mit klassischen bis bluesigen Weisen den Gottesdienst musikalisch gestaltet, zusammen mit den virtuosen Musikern Susanne Kraus an der Orgel und Burkard Kunkel hinter seinem Bassetthorn.

Weihbischof Karlheinz Diez aus Fulda hatte diesem Gottesdienst vorgestanden. In einer persönlichen uns herzlichen Art hat er in seiner Predigt die Pfarrei zu der gelungenen Renovierung beglückwünscht. Nach dem Gottesdienst sagte er, dass es ihn bewegt habe, so viele frohe und begeisterte Gesichter zu sehen. Das sehe er nicht allzu oft. Ob das auch an den vielen Kommunionkindern lag, die ihm mit ihren fröhlichen Mienen interessiert zuhörten? Ich glaube schon.

An dieser Stelle gilt mein ganz besonderer Dank allen, die bei diesem Gottesdienst anwesend waren. ‚Es war eine dichte geistliche Atmosphäre, eine feiernde Gemeinde, in der Menschen miteinander beten und sich gegenseitig tragen. Diese geistliche Stimmung kann nicht durch ein Eventmanagement erzeugt werden, sie ist vielmehr Frucht vieler Menschen, die im Alltag mit Gebet, Rat und Tat ihren Betrag zur Gemeinschaft leisten.

Dieser Festgottesdienst hat mich als Pfarrer von Großkrotzenburg mit einer frohen Hoffnung erfüllt. Weil es hier so viele gute Menschen gibt, brauchen wir uns vor den Herausforderungen der Zukunft nicht zu fürchten.

Christian Sack, Pfarrer

 

Bilder finden Sie in unserer Bildergalerie

Hier geht es zur Bildergalerie unserer Kirchenrenovierung und auch der Eröffnungsfeier

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