|
Liebe Gemeindemitglieder,
in der Bibel spielt das Thema Gastfreundschaft eine wichtige Rolle. Jesus wird oft eingeladen. Gegenüber
durchreisenden Fremden wird grosszügig die Einladung zum Bleiben ausgesprochen. Es gab ja kaum Gasthäuser. Man war darauf angewiesen, in ein Haus eingeladen zu werden. Gastfreundschaft damals war ein Geben und
Empfangen. Man lernte fremde Menschen kennen, man erfuhr die neuesten Nachrichten. Nicht selten entstanden Freundschaften. Und man konnte sicher sein, auf den eigenen Reisen eine Unterkunft zu finden.
All das hat sich in unserer Zeit gründlich geändert. Würden Sie jemanden in Ihre Wohnung lassen,
der Sie um eine Übernachtungsgelegenheit ersucht? Oder würden Sie sich gar trauen, bei einem wildfremden
Menschen an die Tür zu klopfen und um Aufnahme zu bitten? Wir tun uns heute schwer mit dem Aufnehmen
Fremder und mit der eigenen Bitte um Aufnahme bei einem Fremden.
Mich beschäftigt immer wieder ein Wort Jesu: Bei euch soll es nicht so sein. Ich könnte hinzufügen wie bei all den anderen. Deshalb möchte ich zumindest einen Ort für Gastfreundschaft ansprechen, an dem das Aufeinanderzugehen gelingen kann: unsere Kirche, näherhin unsere Gemeinde St. Laurentius. Meist sind es zwar die gleichen Leute, die wir hier treffen. Aber immer wieder passiert es auch, dass neue Gesichter hier auftauchen; seien es Mitglieder einer anderen Pfarrei, Neu - Zugezogene, Gäste, die zu Besuch sind. Haben wir für sie ein freundliches Lächeln, einen zugenickten Gruss? Oder werden wir von Neugier geplagt: Wer ist denn das? Oder denken wir gar: Was will denn der/die hier?
Wie gastfreundlich ist unsere Pfarrgemeinde? Wie gastfreundlich bin ich, sind wir alle?
Friede und Heil wünscht Ihnen Ihr Pfarrer

P. Martin Pfeifer OFM
|