Pfarrei St. Laurentius
Nebenstrasse 27
63538 Großkrotzenburg

Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg
Pfarrei St. Laurentius Großkrotzenburg

Liebe Schwestern und Brüder,

die Straße zwischen Groß-krotzenburg und Großauheim ist gesperrt. Es wird uns bewusst, wie wichtig die Verbindung zwischen den Orten ist. Aber es gibt einen Schleichweg, der die Nachbarn verbindet.

 

Großkrotzenburg und Großauheim verbindet auch die Tatsache, dass es, neben Oberrodenbach, die einzigen Orte im Altkreis Hanau sind, die eine katholische Tradition haben. Es gibt zwar alte Rivalitäten zwischen den beiden Orten, aber auch Rivalitäten sind Beziehung, ähnlich wie bei Geschwistern.

 

Am 21. Juni trafen sich die beiden Pfarrgemeinderäte in einer großen Offenheit und Herzlichkeit in unserem Pfarrheim. Es verband sie das Gespür, dass wir einander brauchen, um die vor uns liegenden Herausforderungen 

besser bewältigen zu können.

 

Die Herausforderungen sind nicht Priester- oder Geld-mangel, sondern die Feststellung, dass die Kirche in Zuge der enormen gesellschaftlichen Veränderungen die Nähe zu den meisten Menschen und deren Fragen und Nöten verloren hat. Kirche wird nicht mehr als Ort erfahren, der gut zu leben hilft, sondern eher als einen Club nostalgischer Freaks mit einer unverständlichen Sprache und seltsamen Gebräuchen. Damit nun Kirche nicht im eigenen Saft verkümmert, brauchen wir Großauheimer und Großkrotzenburger einander. Wir müssen uns gegenseitig aus der Isolation herauszuhelfen, damit Christus durch uns wieder mitten in der Welt erfahrbar ist.

 

Gottes Segen sei mit uns auf allen unseren Wegen.

 

Ihr Pfarrer

Christian Sack

Mi Atyánk, aki a mennyekben vagy

Das ist ungarisch. So betet Pfarrer Gáspár Simó, wenn er in seiner Heimat ist. Wenn er nach Großkrotzenburg als Urlaubsvertreter kommt, sagt er diese Worte natürlich auf Deutsch: „Vater unser im Himmel“. Pfarrer Simó lebt nicht in Ungarn, sondern in Rumänien. Dort gibt es eine starke ungarisch sprechende Minderheit. Sein Bistum heißt auf Rumänisch und Lateinisch Alba Iulia und hat ziemlich genauso viele Katholiken wie das Bistum Fulda, und alle sprechen ungarisch. Ungarisch heißt sein Bistum „Gyulafehérvár“ und deutsch „Karlsburg“ oder „Weißenburg“. Unweit von dort ist übrigens auch der Graf Dracula geboren. Ob Pfarrer Simo vielleicht deshalb so gern seine Zähne zeigt? Pfarrer Simó arbeitet als Schulseelsorger an einer großen katholischen Schule in Szeklerburg, die in etwa mit unserer Kreuzburg vergleichbar ist.

In diesen Sommerferien kommt Pfarrer Simó wieder zu uns nach Großkrotzenburg. Er schreibt, dass er sich schon sehr darauf freut. Pfarrer Simó ist gern aktiv und möchte gern in der Pfarrei gefordert werden. Vielleicht könnten unsere Jugendlichen ihn zu einer Fahrradtour einladen zwecks Erkundung der näheren Umgebung. Man kann mit ihm auch einfach so ins Gespräch kommen, zum Beispiel mit der Frage, wie katholische Schule in Rumänien geht.

Pfarrer Simó kommt mit dem Flugzeug am 17. Juli und bleibt bis zum 14. August, ist also beim Laurentiusfest noch da.

Ich übrigens auch, aber vor dem Laurentiusfest bin ich weg und denke aus der Ferne an Sie.

Christian Sack, Pfarrer

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